Die Heidelberger Energiegenossenschaft wird durch die Bundesregierung ausgebremst.

Am Dienstagabend, den 31.05.2016, lud die Heidelberger Energiegenossenschaft (HEG) zur jährlichen Generalversammlung in die Räume der Volksbank Kurpfalz ein. Die Vorstände Andreas Gißler und Nicolai Ferchl berichteten von einem sonnigen Jahr 2015, in dem die Solaranlagen der Genossenschaft reichlich erneuerbaren Strom produzierten. Es wurde die Strategie vorgestellt, sich zu einer lokalen Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft zu entwickeln, die Strom aus regionalen Anlagen liefert. Dazu präsentierte der Vorstand Erfreuliches, denn im vergangenen Jahr konnte die Anzahl der von der HEG mit Heidelberger Bürgerstrom versorgten Haushalte um 40% gesteigert werden. Mit einem neuen Solarprojekt auf dem Gebäude eines gemeinschaftlichen Mannheimer Wohnprojekts sowie der Beteiligung an einem Bürgerwindpark in der Nähe von Donaueschingen verfolgt die HEG weiter ihr Ziel, die Bürger-Energiewende voranzubringen. 

 

Schließlich wurde die aktuelle Debatte um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aufgegriffen und verdeutlicht, dass mit den vorgesehenen Regelungen insbesondere für kleine, gemeinwohlorientierte Akteure der Bürgerenergie kein Platz mehr sein wird. „Bürgerinnen und Bürger werden durch komplexe und aufwendige Ausschreibungen von der Energiewende ausgeschlossen. Sie wird wenigen großen Energiekonzernen überlassen, die gar kein Interesse am Wandel haben, weil sich dann der Betrieb der Kohlekraftwerke nicht mehr lohnt“, meint Nicolai Ferchl. Die Hintergründe dazu erklärte Daniel Bannasch von MetropolSolar mit seinem Vortrag zur „Energiewende auf dem Bierdeckel“: „Das EEG ist als Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien gestartet und mutiert mit der aktuellen Gesetzesnovelle endgültig zum Bremsklotz. Mit den Ausbauzielen der Regierung würde die notwendige Umstellung auf erneuerbare Energien nicht einmal in den nächsten 100 Jahren erreicht“, illustrierte Bannasch auf dem Bierdeckel. Er fügt mit Blick auf die Zukunft an, dass sich die Energiewende dank immer günstigerer Technik nicht mehr verhindern ließe. Es sei jedoch die Frage, wann sie vollzogen und durch wen sie gestaltet wird.

Im Anschluss stießen die Anwesenden auf Einladung der Volksbank Kurpfalz auf der Terrasse mit einem Glas Wein auf den positiven Jahresabschluss an und führten intensive Diskussionen über die Zukunft der Energiewende. 

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