Die Stadt Heidelberg hat im Mai 2019 den Klimanotstand ausgerufen – ein wichtiger Schritt, der allerdings zunächst nur symbolischen Charakter hat. Um die Klimakrise einzudämmen, müssen schnell und entschlossen Taten folgen. Die HEG sammelt seit 2010 Erfahrungen, wie wir die Energiewende vor Ort in konkreten Projekten und mit Beteiligung der Heidelberger Bürgerinnen und Bürger umsetzen können. Deshalb haben wir für den Gemeinderat, der im Mai 2019 neu gewählt wurde, Empfehlungen für Sofortmaßnahmen zur Begegnung der Klimakrise zusammengestellt.

Auf diesem Wege sind wir mit vielen Fraktionen des Gemeinderats ins Gespräch gekommen. Wir sind zuversichtlich, dass immer mehr unserer Vertreterinnen und Vertreter den Ernst der Lage verstehen. Damit die richtigen Schritte eingeleitet werden, sollten möglichst viele Menschen in Heidelberg ebenfalls diese Ideen kennen und dafür werben. Im folgenden deshalb unser Maßnahmen-Katalog, der gerne verbreitet und weiter gesponnen werden darf:

 

Photovoltaik

  • Photovoltaik muss auf Dächern priorisiert werden, damit auf jedem geeigneten Dach eine Solaranlage installiert wird.
    • Ergänzend dazu kann ein Förderprogramm für die Gründach-Integration bei Spezialfällen helfen, in denen auf ein Gründach nicht verzichtet werden kann.
    • Zudem sollten die restriktiven Planungsvorgaben zur Dachgestaltung in der Bahnstadt aufgehoben und für alle Konversionsflächen (u.a. Südstadt) Photovoltaik in die Planungen einbezogen werden.
    • Der Denkmalschutz und die Altstadtsatzung sollten in Hinblick auf die Nutzung von Solarenergie gelockert werden.
  • Auf allen städtischen Liegenschaften sollten flächendeckend Photovoltaikanlagen installiert werden (Vollbelegung). Dies beinhaltet auch die Erweiterung von bestehenden Anlagen auf die maximal mögliche Belegungsgröße.
  • Stadtplanerische Vorgaben sollten Fassadenanlagen zulassen und dazu ermutigen, Photovoltaik und Solarthermie in die Fassaden zu integrieren.
  • Die Stadtwerke (Netze) sollten angehalten werden, die Hürden für Balkonmodule abzubauen.

 

Windenergie

  • Es gibt in Heidelberg im Wesentlichen einen möglichen Standort für Windenergie, nämlich den Standort "Drei Eichen". Mit jedem Windrad, das dort gebaut wird, könnten etwa 7.000 Personen bilanziell mit Strom versorgt werden. Am Standort waren vor der letzten Überarbeitung des Nachbarschaftsverbandes fünf Anlagen möglich, womit etwa 35.000 Menschen in Heidelberg mit Strom versorgt werden könnten.
  • Den erfolgten Verkleinerungen der Fläche aus den letzten Planungen des Nachbarschaftsverbandes sollte entgegengetreten werden. Zudem sollte darauf hingearbeitet werden, dass die Fläche "Drei Eichen" als Vorranggebiet zeitnah in einem Regionalplan/Flächennutzungsplan festgeschrieben wird.

 

Mobilität

  • Die Verkehrswende muss ausgehend von den Parkplätzen und Lademöglichkeiten gedacht werden. Die Reduktion des Autoverkehrs ist nur durch eine Reduktion von Stellplätzen möglich. Der Umstieg auf (Elektro-)Fahrräder, Carsharing und Elektromobilität ist nur durch entsprechend ausgerüstete Stellplätze möglich.
  • Für Immobilien mit fortschrittlichen Verkehrskonzepten – beispielsweise unter Einbeziehung von Elektromobilität, verbesserten Bedingungen für Fahrräder und Car-Sharing – sollte eine Stellplatzreduktion um 50-75 % möglich sein.

 

Förderung des gesellschaftlichen Wandels

  • Lokale Initiativen, die sich dem Klimaschutz verschrieben haben, sollten unterstützt werden. Das stärkt diese Gruppen und ist gleichzeitig eine sehr effiziente Art, mit wenig Mitteln die Zivilgesellschaft zu mobilisieren.
  • Initiativen sollten einfach zugängliche, finanzielle Budgets für Veranstaltungen sowie einfacher Zugang zu Räumen gewährt werden. Kleinprojekte für den Klimaschutz sollten einfach Mittel beantragen können (Klimaschutzfonds aufstocken und Möglichkeit einrichten, laufend Gelder abzufragen).

 

Kritische Selbstbeurteilung und Evaluation

  • Es sollte ein externes Monitoring der städtischen Klimaschutzbemühungen durchgeführt werden. In diesem Kontext sollte Transparenz zur Konformität mit den Klimazielen geschaffen und weitere Maßnahmen erarbeitet werden.

 

 

 

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