Die EEG – Umlage ist auf einen Rekordwert gestiegen! - Ist die Energiewende also teuer und müssen wir deshalb langsamer machen?

 

Eine Teilantwort liefert ein genauer Blick auf die EEG-Umlage: Von 2013 auf 2014 steigt sie um rund 0,96 Cent auf 6,24 Cent. Das ist ein hoher Wert. Aber vom Anstieg entfallen gerade einmal 15,5% auf die reinen Förderkosten. Der Rest ist größtenteils auf die niedrigen Börsenpreise (die nicht an die Endverbraucher weitergegeben werden) und auf Privilegien der Industrie zurückzuführen. Die Deutsche Umwelthilfe hat zu den "Entlastungsorgien" für die Industrie und zu den volkswirtschaftlichen Effekten der Energiewende eine interessante Studie veröffentlicht. So weit, so bekannt. Ein weiterer großer Kostentreiber ist die Änderung des Berechnungsmechanismus der EEG-Umlage aus dem Jahr 2010 von Schwarz-Gelb. Dies führt zu der paradoxen Situation, dass die Erneuerbaren Energien den Börsenpreis senken, aber gleichzeitig die EEG-Umlage steigt. Vom niedrigen Börsenpreis profitieren wieder die energieintensive Industrie und die großen Energieversorger. Letztere haben durch Mitnahmeeffekte im Jahr 2012 770 Millionen Euro Zusatzgewinn gemacht - während für alle anderen die EEG-Umlage steigt! Eine detaillierte Auflistung der Zusammensetzung der EEG-Umlage sowie der Entwicklung der jeweiligen Bestandteile hat der BEE veröffentlicht.

Zwischenfazit 1: Die Höhe der EEG-Umlage hat leider nicht mehr viel mit den tatsächlichen Kosten der Erneuerbaren Energien zu tun und ist kein guter Indikator dafür, wie teuer die Energiewende ist. Die EEG-Umlage wurde zum politischen Spielball und immens aufgebläht.

 

Teilantwort zwei liefert uns ein Blick auf die Säulen der Tankstellen und die Heizungsrechnung. Die Preise dort sind in den letzten Jahren deutlich größer geworden. Warum sich die Debatte jedoch nur um die Stromkosten dreht, obwohl deren Steigerung im Vergleich zu den Heizkosten viel geringer ist, ist wohl nur mit politischen Kampagnen (von finanzstarken Konzernen) zu erklären. Aber die eigentliche Aussage der - aufgrund von aufwendigeren Fördertechniken - steigenden Öl- und Gaspreise ist, dass der einzige Ausweg aus der Kostenfalle fossil-nuklearer Energien einzig die Erneuerbaren Energien sind.

Zwischenfazit 2: Die Debatte um die Stromrechnung führt in die Irre - Während die Preise für fossil-nukleare Energien explodieren, werden Erneuerbare Energien unschlagbar günstig.

 

Teilantwort drei: Die Einspeisevergütung nach EEG bei Photovoltaik liegt für September 2013 zwischen 10 und 14,5 Cent pro kWh (je nach Anlagengröße), die für Windkraft Onshore zwischen 7,5 und 9,5 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Der Energiekonzern EDF fordert für seine geplanten neuen Atomkraftwerke in England 11,5 Cent pro kWh, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung taxiert die Kosten für Atomstrom auf 10,9 Cent pro kWh (ein Großteil der laufenden Subventionen, wie keine Versicherungspflicht und Endlager, sind hierbei noch nicht mal berücksichtigt). Weil Erneuerbare Energien in Deutschland Vorrang haben, können Kohlekraftwerke nicht mehr so viele Stunden pro Jahr laufen wie früher. D.h.: mit jeder neuen Solaranlage und jedem Windrad verlieren die großen Energieversorger Geld.

Zwischenfazit 3: Erneuerbare Energien sind bei ehrlicher Betrachtung der Kosten heute schon günstiger und werden dem Geschäftsmodell von Großkraftwerken gefährlich.

 

Teilantwort vier: Bei all dem dürfen wir nie vergessen, warum wir für die Energiewende antreten: Sie ruiniert nicht unser Klima - sondern stabilisiert es; sie schafft über 1 Million neue Arbeitsplätze; sie fördert die regionale Wirtschaft; sie ist demokratisch; sie macht unabhängig; sie ermöglicht günstige Energie! Atom- und Kohleenergie bringen Klimadestabilisierung, Tod und Vertreibung. In Kohleabbauregionen sterben aufgrund der Staubbelastung viele Menschen bzw. es kommt zu Missbildungen bei Kindern, aber Kohle tötet auch in Deutschland. Raubbau und Vertreibung durch paramilitärische Söldnertruppen finden nicht nur in anderen Ländern statt, auch in Deutschland werden Menschen zwangsumgesiedelt (Opa ohne Lobby).

 

Fazit - die Energiewende wird politisch massiv attackiert und diskreditiert (mit dem Ziel, nach der Photovoltaik jetzt auch die Onshore-Windkraft abzuwürgen bzw. gleich das ganze EEG abzuschaffen). Aber bei genauerem Hinsehen zeigen sich die Verwirrungstaktiken der großen Konzerne und ihrer politischen Unterstützer. Die Energiewende ist nicht teuer und darf nicht verlangsamt werden. Sie ist schon heute unabhängig vom Klimawandel die wirtschaftlich vernünftigste Art, uns sicher mit Energie zu versorgen. Deshalb stehen wir für die schnellstmögliche dezentrale Energiewende in Bürgerhand!

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